ARVD und plötzlicher Herztod

Gene und Herztod

Die arrhythmogene, rechtsventrikuläre Dysplasie (ARVD) ist eine genetische Kardiomyopathie, die oft mit einem plötzlichen Herztod einhergeht. Meist handelt es sich um junge sportliche Männer, die unerwartet versterben. Eine Obduktion kann hier Klarheit bringen! Wichtig dabei ist neben dem makroskopischen Eindruck auch die histologische Aufarbeitung aller relevanter Strukturen des Herzens (Myocard, His-Purkinje-System, Kranzarterien). Mikroskopisch wird eine fibrolipomatöse Degeneration des Myocards erkennbar, die intra vitam lebensbedrohende ventrikuläre Tachykardien auszulösen vermag. Oftmals finden sich unklare Synkopen in der Anamnese oder auch ein anderer familiärer plötzlicher Herztod.

Klinisch präsentiert sich die ARVD primär mit linksschenkelblockartigen ventrikulären Extrasystolen, die zu Kammerflimmern führen können. Diagnostisch kann im EKG eine negative T-Welle in den rechts-präkordialen Ableitungen gefunden werden. Als hilfreich hat sich ebenso das MR erwiesen, das nicht nur die Myocarddegeneration, sondern auch die typischen Mikroaneurysmen darstellen kann. Die Myocardbiopsie zeigt lediglich eine 65% Sensitivität bei erhöhter Perforationsgefahr in den fibrolipomatösen Bereichen.

Roland Sedivy (* 9. Mai 1963 in Wien) ist ein österreichischer Universitätsprofessor für Pathologie, Medizinrechtsexperte, Autor sowie Lebens- und Sozialberater. Sedivy war von 2007 bis 2016 Leiter der Klinischen Pathologie des Landesklinikums St. Pölten und bis 2019 stv. Chefarzt der Kantonspathologie Münsterlingen (Schweiz). Danach bis 2023 Vorstand des Instituts für Klinische Pathologie, Molekularpathologie und Mikrobiologie der Klinik Favoriten, dem früheren Kaiser Franz Josef-Spital, einem akademischen Lehrkrankenhaus der Medizinischen Universität Wien. Zeitgleich auch Vorstand des Institutes für Pathologie und Mikrobiologie der Klinik Landstraße (früher Rudolfstiftung). Außerdem war er von 2011 bis 2015 Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Klinische Pathologie und Molekularpathologie. Als Universitätsprofessor war Sedivy an der Danube Private University in Krems im Fach Allgemeine Pathologie und Oralpathologie und an der Karl Landsteiner Universität in St. Pölten für Klinische Pathologie tätig. Seit 2019 lehrt Sedivy an der Sigmund Freud PrivatUniversität in Wien und wurde 2023 auf den Lehrstuhl für Klinische Pathologie und Molekularpathologie berufen.